Sonnenbrand mit Nieselregen abgelöscht


Ein subjektiver Reisbericht von Kochi

Das Wochenende ist vorbei und die Erinnerungen sind noch frisch, also ran ans Schreiben.

Es ist Samstagmorgen um 05.00 Uhr, die Wettervorhersagen für Groß Ilsede lauten 25°C, kaum Wind und Sonne satt, perfektes Wetter.
Ab zu den 2. Peiner Open! Um 05.40 Uhr stehe ich vor der Tür und warte auf Christian.
05.44 Uhr rufe ich ihn mal sicherheitshalber an.
05.46 Uhr steht er vor der Tür mit offenem Fenster: „2 Minuten nur 2 Minuten, oh man du gehst mir jetzt schon auf den …“.
Guten Morgen Christan! 10min später sackten wir Tille ein und sind auf dem Weg nach Groß Ilsede.

Angekommen auf dem ehemaligen Hüttengelände versuchten wir gleich mal die Bahn 2 zu bezwingen. Eine der schwersten Bahnen des Turniers. Der Korb steht 130m entfernt in einer Insel mit einem Radius von 10m. Wenn man nicht gerade einen Sonnenstich hat, legt man die Scheibe doch besser in die große vorgelagerte Insel ab und versucht dann, den Korb zu erreichen. Keiner von uns kannte den Kurs und somit auch nicht den tiefen OB  Graben neben der großen Insel. Christian hatte sehr schnell seinen Rucksack um eine Scheibe erleichtert, 15min Suchen half nichts.
Bedient vom Suchen gingen wir nach oben und trafen die Hyzernauts, die den Sonnenaufgang am Parcours miterlebt haben dürften, so früh waren sie da.
Susann, Katrin, Martin, Kay, Micha, Mika, Patrick und Yannik, den ich später vorstelle.

Bevor es losging hatte ich Christian gefragt, ob er etwas von meiner 50+ Sonncreme haben wolle, aber er verneinte und meinte lediglich, er hätte eine 25er dabei. Dazu später mehr.

80 Spieler hatten sich bei bestem Wetter zu den 2. Peiner Open versammelt. Gespielt wurde auf 20 Bahnen, bei der jede ihre eigene Raffinesse hatte. Zur wirklich großen Überraschung neben meiner Platzierung nach der ersten Runde gehörte das A4 große Scorebook / Zeugnismappe. Das erste Scorebook was man nicht verlieren kann und ohne Brille alle Details über Bahnen und Scores ablesen kann. Der einzige Haken war meine Tasche, dass Ding wollte nicht reinpassen. Bei nur 5 Bahnen schreiben und Sonnenschein war es jedoch voll OK.
Auf der ersten Runde sah und traf man hier und da einen Hyzernaut. Und wie es so ist, war der Eine oder Andere mehr oder weniger unzufrieden. Zum Beispiel dürfte ich von 80m live mitanschauen, wie Christian und Kay versuchten ein Tor in 20m Entfernung zu durchwerfen. Dafür gibt es nur ein Wort was diesen Anblick beschreiben könnte: „katastrophal“. Erwachsene Männer stehen vor einem riesen Tor und verlieren vor Angst die Kontrolle über ihren Körper. Die Reaktion meines Körpers auf jeden dieser Würfe waren, ein sanftes Hand auf die Stirn schlagen. Jeder hatte am Ende der ersten Runde, hier und da eine Rechnung offen.

Aber nicht nur bei den Bahnen, generell hatte der Discgolf Club Peine e.V. viel Mühe und Zeit investiert. Es gab gratis Wasser, Kaffee und leckeren Kuchen für einen schmalen Taler.
Mittags wurde bei 25°C für uns gegrillt und trotz einer kleineren Schlange am Buffet wurde jeder satt und bekam seine Pause im Schatten.
Es wurde nun doch ein wenig drückender mit Sonnenstichgefahr.

Die Hyzernauts lagen und saßen im Schatten und erzählten über ihre Runden. Am schlimmsten hatte es Martin erwischt, nur einen Tag nach seinem Geburtstag konnte er so gut wie nichts abrufen und war ziemlich geknickt. Nur schlimmere Storys wie die von Kay und Christian konnten seine Stimmung ein wenig anheben. Zur Verwunderung der meisten (mich inbegriffen) erfuhren wir, dass wir neben Carl noch einen weiteren Hyzernauts-Junior haben. Yannik, 14 Jahre und ein sehr sympathischer junger Kerl, wurde frenetisch von allen empfangen. Seine Runden am Samstag waren gar nicht mal so schlecht. Wenn da mal nicht ein richtig guter Spieler heranwächst.

Susann rockte bei den Frauen und ging mit luxuriösen 8 Würfen Vorsprung in die 2. Runde.


Vor jener 2. Runde fragte ich Christian (schon leicht rötlich), ob er nicht doch noch 50+ Sonnencreme haben wolle, aber nein er hätte ja Creme dabei.

Für mich als geteilter Dritter mit Elias, ging die 2. Runde super los und verlor sich zusammen mit den anderen Mitspielern und bis dato Führenden Marian und Marvin in ein Durcheinander von Bahnscores. Keiner wusste mehr, wer nun eigentlich die Spitze anführt.
Das Auszählen ergab den Gewinner Marian, mit einem Wurf Vorsprung auf uns drei Anderen.

Da es aber nur liebevolle Pokale für die ersten 3 gab, musste ein Stechen mit einem „Closed to the Pin“ her. Mit gutem Ausgang für mich und leider undankbaren Ausgang für Elias, der einer der angenehmsten Spieler der GT ist. Ich hätte es ihm auch gegönnt. Die Peine Open waren daher ein großer sportlicher Gewinn durch den 1. und 3. Platz bei den Frauen durch Susann und Katrin. Und dem glücklichen 2.Platz bei mir.

Also wenn die Peiner 2016 wieder so ein gutes Wetter bestellen, füllen wir die Starterliste nächstes Jahr mit Hyzernauts und räumen die restlichen Plätze auch noch ab.

Es war schön in Groß Ilsede.

Nur einer hatte einen wirklich großen bleibenden Eindruck von Groß Ilsede. Christian oder besser treffend „Der Rote Baron“ hatte seine Hautfarbe nach 2. Runden von weiß auf Feuerwehrrot gewechselt.

Schmerzen schon beim Hinschauen.

Auf dem Weg nach Hannover machten wir noch eine Auslaufrunde in Peine bei schönstem Abendwetter. Und siehe da, man kann auch in Flip Flops seine Eins verteidigen. Mit einer gewissen Hektik schafften wir es, 10min vor Ende der Eincheckzeit am Hotel zu sein. Der „rote Baron“ hatte für uns ein Hotel in der Innenstadt von Hannover gebucht.Die Preis-Leistung ging in Ordnung. Zum Abendessen ging es um 21.30 Uhr in die Altstadt, Schnitzel essen. Der Abend fing an auszuklingen.

Auf dem Zimmer versuchten wir mit Camel Up, die Zeit bis zur Tilles Geburtstag zu überstehen und schafften nur eine super langsame Runde. Das Fazit, ein Tag an der Sonne fördert nicht die Denkgeschwindigkeit. Ungefähr 5min vor Mitternacht, also 2min nach dem ich im Bad war und die Kerzen auf dem Kuchen angezündet hatte, war Tille eingeschlafen und war nur schwer wieder an seinem Geburtstag wach zu bekommen. Die große Feier blieb aus und wir vielen in dem 50°C heißen Dachgeschoßzimmer in den kurzen Schlaf. Begleitet wurde die Nacht/Morgen von einem Auto-/Motorradrennen in der Innenstadt, lauten Leuten und einer Taube auf dem Dachfenster, die kurz davor war, sich über die größte und roteste Kirsche mit Ohren herzumachen, die sie je gesehen hatte. Nein, viel Schlaf hatten wir nicht abgekommen. Völlig dehydriert wachten wir um 7 Uhr in dem 45°C heißen Zimmer auf und suchten 15min vergeblich die Innenstadt nach einem offenen Bäcker ab. Die Tankstelle kurz vor dem Expo Gelände brachte uns ein kleines Frühstück zum Start in den Tag. Kaum auf dem Parkplatz der Expo Open angekommen, bekamen wir wieder den Eindruck nicht die Ersten zu sein. Jens kam sogar direkt aus dem Urlaub zur Expo und war in Topform, wie sich noch zeigen sollte.

Freundlich wie immer wurde man von den Hannoveranern empfangen. Sie waren noch früher aufgestanden und hatten für uns den Parcours hergerichtet.
Das Wetter wollte aber leider nicht mitspielen, ab Mitte der ersten Runde hörte der Nieselregen nicht wirklich auf und wurde nur durch Windböen unterbrochen. Nur die Temperaturen blieben zum Glück angenehm warm.
Aber was will man über das Wetter jammern, die Hyzernauts schlugen richtig zu.
Jens, Mika, Patrick, Micha, Susann und Katrin – sie alle waren gut im Rennen. Martin machte seine Schmach vom Vortag weg und Christian kühlte seinen Sonnenbrand im Nieselregen bei einer Runde mit Tille.
Zum Mittag waren die meisten happy und nur wenige hatten DNF begangen.
Das Mittagessen bestand aus sehr leckeren Salaten, Fleisch und vegetarischen Grillgerichten.
Nur ein Manko sollte erwähnt werden, die Küche hatte zu früh den Grill freigegeben, denn zwei Flights kamen deutlich später als die Anderen an und mussten bei vielen Sachen leer ausgehen.
Mit der Konsequenz, dass wir einen Geburtstags-Tille mit leerem Magen auf dem Nachhauseweg hatten.

Die zweite Runde war für mich ziemlich lustig, ich durfte mit Micha spielen, eine neue Erfahrung auf einem Turnier mit Micha zu spielen.
Spannend war diese 2. Runde auch. Wir drückten allen, Susann, Katrin, Jens, Mika und Patrick, die Daumen ins Finale zu kommen, wenn nicht sogar das Turnier zu gewinnen.
Meine Runde war nicht der Rede wert, nur eine Sache sollte erwähnt bleiben. Werft nicht, wenn ihr Lachen müsst, das gibt mindestens 4 Würfe auf der Scorecard.
Der Grund: Micha lief nach seinem Abwurf mit  den Worten „den hab ich nicht gesehen“ den 5m entfernten Caravan (Scheibengefährt) von Olli Schacht um. Das Ding ist echt nicht klein (hat vielleicht auch eine eigene Dusche). Ich konnte nicht mehr, die Runde lief voll gegen die Wand, ich hatte gerade eine 6 gespielt und Micha läuft gegen 30 Scheiben und eine Kühlbox. Da kann man doch nur vor Lachen seinen Wurf gerade und tief ins Gebüsch werfen.

Oh Man, ich war froh, mir das Finale unter einem Schirm anschauen zu dürfen und mit zu fiebern.
Denn Jens und Mika hatten es geschafft, Patrick hatte einen weiten Weg nach Hause und gab seinen Platz ab. Es war richtig spannend, Jens lag mit Marvin gleich auf und Marian war nur 3 Wurf entfernt.
Mika hatte leider keine gute Runde erwischt und konnte nach vorne nichts reißen.
Alle Hyzernauts beklatschten ihre Helden und fieberten auf allen Bahnen mit.
Bis zur großen Tragödie am Weltberühmten Expoteich, der alten Scheibenkrake. 5, ja fünf Scheiben, fielen ihr zum Opfer und sie waren alle von einer Person, unserem Mika. Man hat unglaublich mitgelitten.
Also wenn nicht nächstes Jahr Kampftaucher oder Rettungsschwimmer von den Funaten bereitgestellt werden, dann wird der See irgendwann vor lauter Scheiben über die Ufer treten.

Leicht traumatisiert kam Mika zurück, konnte aber zum Glück mit einer schönen Funaten Scheibe zurück ins Leben geholt werden.
Ja es war spannend. Jens konnte leider nicht mehr zum großen Schlag ausholen und wurde Dritter hinter Marian und Mavin.
Susann konnte ihr Wochenende mit einem Sieg perfekt machen.

Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer und Gewinner! Es war ein schönes schlaffressendes Wochenende.

 

„Ich sag mal so, der EXPO SEE hat sich wieder sattgefuttert und kann schön ruhen.“

Und!!

„Jens hat die Eins, alle auf Jens“

 

Das Wichtigste zum Schluss:
Danke an Christian „the red baron“ für das lustige Wochenende, für die Beförderung und Planung.


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